21.12.2007 Vom Schlagbaum zum Fahnenmast

Georgenberg. "Die barrierefrei Reise von Bayern in die Tschechische Republik und umgekehrt", von der Johann Maurer am Freitagnachmittag sprach, geht über den Grenzübergang Waldheim nach wie nur per Fuß, Fahrrad oder Kutsche. Georgenbergs Bürgermeister freute sich jedoch, dass auch in seiner Gemeinde der Schlagbaum für immer oben bleibt.

Daneben erinnert ein von Botho von Rekowski initiiertes Denkmal an das "Jahrhundert-Ereignis". Trotz des Wegfalls der Grenzkontrollen ist Maurer überzeugt: "Die Sicherheit wird weiter gewährleistet sein."

Bedauerlich ist für ihn nur die Auflösung der Grenzpolizei-Station im Rathaus. "Gemeinde und Polizei waren über viele Jahrzehnte verlässliche Partner." In Bezug auf Waldheims Geschichte sprach er von einem "Wechselbad" der Gefühle, wobei er unter anderem auf die Wirren während des NS-Regimes und nach dem Zweiten Weltkrieg hinwies.

Umso mehr freute er sich über die Entwicklung nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" und animierte zu gemeinsamen Aktionen mit den tschechischen Nachbarn, etwa im Tourismus-Bereich.

"Der Böhmerwald und der Oberpfälzer Wald sind jetzt endgültig in der Mitte Europas", stellte Landrat Simon Wittmann fest. "Wer hätte das damals geglaubt", blickte er auf den "Prager Frühling" 1968 zurück und war von einer guten Entwicklung überzeugt. "Von einer Grenze des Schreckens ist eine Grenze der Freiheit geworden."

Visionäre Staatsleute haben nach den Worten von Bernhard Steghöfer 1985 das "Schengen-Abkommen" unterzeichnet. "Heute ist diese Botschaft angekommen", unterstrich der Kreisvorsitzende der Paneuropa-Union, die damit eines ihrer Ziele erreicht habe.

Auch der Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Lesná, David Olevik, freute sich über das Zusammenwachsen der Länder und die gemeinsame Feier. Laut Pfarrer Antony Soosai "setzen wir heute ein wunderbares Zeichen". Der Geistliche betonte, dass Advent auch Begegnung bedeute.

"Eine Welt, in der Grenzen mit Schlagbäumen und mehr überflüssig wird?" Von einer Vision sprach gar der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl aus Vohenstrauß, der sich freute, "dass ein Schlagbaum zum Fahnenmast wird".

Botho von Rekowski stellte fest, dass Europa grenzenlos verbunden sei, und dankte allen für die Verwirklichung des Denkmals "Europäische Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit". Erstellt hat es nach seinen Informationen eine türkische Familie. "Das Material stammt aus Belgien", sagte der Redner, der an das viele Leid erinnerte. "Die Vorgänge sollen sich nicht wiederholen."

Bericht: Der neue Tag - Josef Pilfusek