4. September 2017: Vorbereitungen für Hildweinsreuth

Neustadt/WN. Mit einem prominenten Gast tritt der Kreisverband Neustadt-Weiden der Paneuropa-Union zum Thema "Europäische Aspekte" an die Öffentlichkeit. Kommen wird am 17. September die Europaabgeordnete und ehemalige Staatsministerin Monika Hohlmeier.

Wenn es um den Staatenbund geht, gibt sich die Paneuropa-Union keinesfalls sprachlos. Das zeigte sich beim Treffen des Kreisverbandes vor wenigen Tagen bei der Vorsitzenden Birgit Trottmann in Neustadt/WN. Die Paneuropäer bereiten ein Picknick am Mittelpunkt Mitteleuropas vor. Die im Flossenbürger Ortsteil Hildweinsreuth zu findende Granitscheibe - sie zeigt einen Ausschnitt aus der Weltkugel - schafft den passenden Rahmen. Sie wurde 1985 unter der Vorgabe „Wir reichen unsere Hände den Menschen in Ost und West“ eingeweiht.

Hohlmeier kennt Flossenbürg von früheren Besuchen und wird sich an dem Sonntagvormittag den Mittelpunkt näher anschauen. Verbunden ist das mit einem Referat zu aktuellen Themen und speziell zu Fragen rund um Europa. Bei Worten alleine bleibt es nicht. Musikalisch unterhält die „Blaskapell’n Flossenbürg“. Hunger leiden muss bei der öffentlichen Veranstaltung ebenfalls niemand. Auf den Tisch kommen Weißwürste. Absagen werden die Paneuropäer die Zusammenkunft nicht. Bei Regen weichen sie in die nahegelegene Scheune von Josef Völkl in Hildweinsreuth aus.

17. Mai 2017: Paneuropäer gehen auf Tour

Neustadt/WN. Der Europa-Baum muss heuer warten. Er wird nicht, wie sonst üblich im Mai, sondern erst im Juli gepflanzt. Weiteres Thema beim Kreisverband Neustadt-Weiden der Paneuropa-Union war am Mittwoch eine Reihe geplanter Aktionen, bis hin zur Tour auf dem Paneuropa-Radweg.

Es war eine Premiere für Birgit Trottmann. In der Neustädter Gaststätte „Weißes Rössl“ eröffnete die neue Kreisvorsitzende die erste Zusammenkunft nach der vor wenigen Wochen stattgefundenen Wahl. Stellvertreter Stephan Oetzinger berichtete vom aktuellen Stand gärtnerischer Aktivitäten: „Die Europa-Linde kommt Anfang Juli in Pleystein in die Erde. Früher geht es nicht. Mit dabei ist voraussichtlich eine Delegation aus Bor, der tschechischen Partnerstadt von Pleystein.“

Fest steht der Termin für eine Wanderung mit Albert Kick. Der Georgenberger führt die Paneuropäer am 5. August von der Planer Höhe bei Waldkirch zum Schellenberg, zum Brotstein zur Waldnaabquelle und zum Turm am Großen Rabenberg. Ein Paneuropa-Picknick steigt am 17. September am Mittelpunkt Mitteleuropas im Flossenbürger Ortsteil Hildweinsreuth.

Noch etwas weiter blickte Trottmann anschließend in die Zukunft. Beteiligen wird sich die Gemeinschaft beim Bürgerfest 2018 in Neustadt: „Die Kreisstadt feiert im kommenden Jahr den 800sten Geburtstag. Und da wollen wir dabei sein.“ Geplant ist, ebenfalls 2018, eine 50-Kilometer-Tour auf dem Paneuropa-Radweg, hinein in das Nachbarland Tschechien.

Seit Mittwoch hat der Kreisverband mit Jürgen Hecht einen Geschäftsführer. Der berichtete an dem Abend vom „Mut zu Europa“. So lautete das Motto der Paneuropa-Tage in Neustadt an der Weinstraße und in Zweibrücken: „Wichtige Themen waren bedenkliche und zunehmende nationalistische Tendenzen in mehreren Ländern oder auch die Umsetzung des Brexit.“




2. April 2017: Jahreshauptversammlung

Kreisverband wählt neu - Vortrag Bernd Posselt


Der "Scheidlerhof" war für den Kreisverband der Paneuropa-Union schon immer ein gutes Pflaster. Birgit Trottmann (Zweite von links) und Stephan Oetzinger (links) stehen für drei Jahre an der Spitze. Mit europäischen Themen setzte sich am Sonntag Bernd Posselt (Vierter von links) auseinander.
Harlesberg. Den Weg fortsetzen und nicht als Papiertiger agieren, darum ging es am Sonntag der Paneuropa-Union. Engagiert, fachkundig und Europafan durch und durch, so trat im „Scheidlerhof“ in Harlesberg auch der Präsident der Paneuropa-Union in Deutschland Bernd Posselt vor 26 Mitglieder und Gäste.

Mit Posselt hatten die Verantwortlichen des Kreisverbandes Neustadt-Weiden einen Glücksgriff getan. Der ehemalige Europaparlamentarier setzte sich mit aktuellen Themen und Fragen auseinander. Was auffiel: Posselt verzichtete auf einen ausgefeilten Vortrag und sprach frei von der Leber weg. Er ließ hinter die Kulissen der früheren Arbeit in Straßburg blicken und imponierte mit Hintergrundwissen zu geschichtlichen und gegenwärtigen Zusammenhängen.

„Es gibt keine Krise in der Europäischen Union, sondern durch Bremser ausgelöste Krisen nationalstaatlich strukturierter Länder“, kritisierte der Redner aus München Ignoranz und Eigennutz. Die Paneuropa-Union trete für einen sinnvollen Föderalismus ein: „Nicht alles lässt sich aber auf unterer Ebene regeln.“

Als ernstzunehmende Gefahr stufte Posselt die Vorgabe ein, es dürfe nur einstimmige Entscheidungen geben. Das könne auf Dauer keine vernünftige Regelung sein. Entscheiden solle die Mehrheit. Nicht hinter dem Berg hielt er mit der Kritik zum Brexit: „Großbritannien hatte noch nie Interesse an einem starken Europa. Da ging es nur um die Vorteile des Marktes.“

Wer im Übrigen meine, ein einzelner Nationalstaat könne die Herausforderungen der Zukunft meistern, der müsse verrückt sein. Die Paneuropäer nutzten an dem Nachmittag im Weiteren die Gelegenheit, über die griechische Finanzkrise, die rechtsradikalen Ideologien von Marine Le Pen oder unsinnige Vorgaben aus Brüssel zu diskutieren. Posselt kommentierte: „Lasst euch nicht aufs Glatteis führen. Hinter der Regulierungswut stecken zum Großteil Wünsche einzelner Staaten, Interessengruppen oder die Ministerialbürokratie.“

Neben dem Vortrag des Gastes wurden die Weichen für drei Jahre gestellt. Bernhard Steghöfer wickelte die Neuwahl flott und problemlos ab. An der Spitze der Paneuropäer steht seit Sonntag Birgit Trottmann. Vertreten wird die Neustädterin vom Manteler Bürgermeister Stephan Oetzinger. Daniel Gonsior kümmert sich um die Kassengeschäfte und Bernhard Neumann führt das Protokoll.

Ergänzt wird das Team an der Spitze durch Dr. Gabriele Hagemann, Albert Kick, Alfred Peschke, Franz Rosner, Birgit Gleixner, Dr. Thomas Zahner, Bernhard Steghöfer, Manfred Weiß und Harald Puckschamel. Der bisherige Vorsitzende Jürgen Hecht trat zur Wahl nicht an: „Es sind gesundheitliche Gründe, die das nicht zulassen. Ich bleibe der Paneuropa-Union aber eng verbunden.“

Hechts bisherige Stellvertreter Trottmann und Oetzinger würdigten dessen Engagement in der Vergangenheit und ließen das Geschehen der vergangenen Monate Revue passieren: „Wir schafften es trotz des Handicaps das Vereinsjahr gut ablaufen zu lassen. Da wurde in Floß eine Europa-Linde gepflanzt oder beispielsweise am Mittelpunkt Mitteleuropas in Hildweinsreuth das Paneuropa-Picknick gefeiert.

Geplant ist eine von Albert Kick geführte Wanderung von Waldheim nach Goldbach (CR). Ein Aufruf galt der Beteiligung an den Paneuropa-Tagen vom 12. bis 14. Mai in Neustadt an der Weinstraße.

25. September 2016: Musik am Mittelpunkt

Glücksgefühle zwischen den Jubiläumsjahren
 
Flossenbürg. Es war so etwas wie ein Ereignis zwischen den Jahren. Konkret ging es am Sonntag im Ortsteil Hildweinsreuth um zwei Jubiläen. Eines ist vorbei, das andere steht 2017 an. 2015 waren 30 Jahre seit der Einweihung des Mittelpunktes Mitteleuropas vergangen. Die Stelle, markiert mit einer Granitscheibe in Form eines Ausschnitts aus der Weltkugel, ist nach wie vor beliebtes Ausflugsziel, zumal es seit einigen Jahren mit der nahegelegenen „Kreativscheune“ ein attraktives Zusatzangebot gibt. Das 25-jährige Bestehen feiert die „Blaskapell’n Flossenbürg“ im Sommer 2017. Die Musikanten um Franz Völkl spielten am Sonntag beim Europa-Picknick des Kreisverbandes Neustadt-Weiden der Paneuropa-Union auf. Mittelpunkt und Blasmusik ließen an dem Vormittag dazu ein Ambiente entstehen, das die Herzen der Gäste höher schlagen ließ.

25. September 2016: Picknick am Mittelpunkt

Paneuropa-Union stimmt in Hildweinsreuth nachdenklich – Europa ist mehr als Geld und Wirtschaft
Spätsommer-Impressionen am Mittelpunkt Mitteleuropas: Beifall für seine paneuropäischen Gedanken galten dem Manteler Bürgermeister und stellvertretendem Paneuorpa-Kreisvorsitzenden Stephan Oetzinger (rechts).

Flossenbürg. Die Europäische Union nicht auf wirtschaftliche und finanzielle Aspekte beschränken, darum ging es dem Kreisverband Neustadt-Weiden der Paneuropa-Union. Die Gemeinschaft hatte am Sonntag zum Mittelpunkt-Picknick geladen, mit europäischen Gedanken und geselligen Stunden.

Mit den Mittelpunkt Mitteleuropas beim Ortsteil Hildweinsreuth hatte die Gemeinschaft eine symbolträchtige Stelle für den Frühschoppen unter freiem Himmel gewählt. Die Paneuropäer schoben tatkräftig an, als es 1985 darum ging, den markanten Punkt in Form einer Granitscheibe zu verewigen und mit zu finanzieren, damals mit der Kunstwährung ECU. Birgit Trottmann erläuterte den Gästen, unter ihnen Bürgermeister Thomas Meiler und seine Amtskollegen Johann Maurer und Josef Beimler, die Beweggründe für die Zusammenkunft: „Die Paneuropa-Union bleibt nicht stumm wenn es um den Staatenbund geht.“

Stephan Oetzinger, Bürgermeister in Mantel und gemeinsam mit Trottmann stellvertretender Vorsitzender, fasste seine Gedanken in passende Worte: „Bei der Mittelpunkt-Einweihungsfeier konnte es sich niemand vorstellen, dass vier Jahre später der wenige Kilometer entfernte Eiserne Vorhang verschwindet. Damals war hier die Welt zu Ende.“ Der Wandel sei nicht von einem Staat alleine ausgegangen, sondern vom Willen und Handeln vieler Beteiligter.

Oetzinger forderte auf, die damalige Entwicklung ins Gedächtnis zu holen: „Wirtschaft und Finanzen sind wichtige aber nicht einzige Themen. Wer Frieden und Sicherheit außen vor lässt, spielt den Populisten in die Karten. Das war bei der Entscheidung der Briten zum Ausstieg so und auch die AfD argumentiert in eine solche Richtung.“ Es sei richtig, dem Bürokratismus entgegenzutreten. Das funktioniere allerdings nicht mit dem Beschneiden der Abgeordnetenbefugnisse: „Die Stellung der Europaparlamentarier muss gestärkt werden.“

Fairness brauche es beim Umgang miteinander: „Und da können wir uns auch selbst an die Nase fassen.“ Als Beispiel nannte Oetzinger das Thema Flüchtlinge. Es dürfe nicht immer nur um Zahlen und die Sicherung der Außengrenzen gehen: „Wenn Menschen ihre Heimat verlassen, liegt das, zum Teil, an einer falschen Entwicklungspolitik. Wer Zuhause eine Perspektive hat, der will nicht weg.“ Hoffnung für die Zukunft Europas machte Bürgermeister Meiler: „Junge Menschen zeigen Interesse und das ist gut. Der Mittelpunkt in Hildweinsreuth ist eine Stelle, an der wir die Vielfalt der Aspekte noch intensiver deutlich machen könnten und sollten.“

Einen guten Ansatz dazu, europäische Themen öffentlich zu machen, brachte der Sonntag. Nach dem offiziellen Teil des Vormittags nutzten die Gäste die Gelegenheit zu Gesprächs- und Diskussionsrunden. Musikalisches steuerte die „Blaskapell’n Flossenbürg“ bei. Unter der Leitung von Franz Völkl ließ sie unter Anderem die Europahymne hören. Um das leibliche Wohl kümmerten sich in der Herbstsonne Franz Rosner und Daniel Gonsior.