3. Juli 2019: Erstaunen und Bedauern

Neustadt/WN. Noch ist keine Entscheidung gefallen. Die Frage, ob Ursula von der Leyen tatsächlich EU-Kommissionschefin wird, bewegte vorab die Gemüter bei der Paneuropa-Union. Erstaunen und Bedauern prägten die Aussagen.

Beim Kreisverband Neustadt-Weiden hielten am Mittwoch, 3. Juli 2019,  die Vorstandsmitglieder mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Das Treffen bei der Vorsitzenden Birgit Trottmann in Neustadt/WN warf die Frage auf, ob es sich das Europäische Parlament gefallen lasse, dass der EU-Rat keinen sogenannten „Spitzenkandidaten“ vorschlug: „Auch wenn es aus rechtlichen Gründen nicht zwingend geboten ist, kam es zu einer unguten Atmosphäre.“ Der stellvertretende Kreisvorsitzende MdL Dr. Stephan Oetzinger merkte an: „Es bleibt spannend.“

Nicht vergessen werden dürfe auf einen hypothetischen Aspekt in eigener Sache. Mit Manfred Weber als Kommissionspräsidenten wäre ein Sitz im EU-Parlament frei geworden: „Den hätte Bernd Posselt, der Präsident der Paneuropa-Union Deutschland, bekommen.“ Dabei ist der Kreisverband mit einem kulinarischen Angebot beim Neustädter Bürgerfest. Ein paneuropäisches Picknick findet am 15. September am Hildweinsreuther Mittelpunkt Mitteleuropas (Gemeinde Flossenbürg) statt.

11. Mai 2019: Europa als blühende Wiese

Dr. Stefan Krauß, MdL Dr. Stephan Oetzinger, Christian Soleschal, Bürgermeister Rupert Troppmann, Bürgermeisterin Tanja Schiffmann, Jürgen Hecht und Birgit Trottmann (von links) griffen zu Gunsten der neuen Linde in Neustadt/WN zu Schaufel und Gieskanne.

Neustadt/WN. Inzwischen stehen über den Landkreis verteilt die Europabäume der Paneuropa-Union. Am Samstag kam in der Kreisstadt eine Linde hinzu. Knapp 50 Besucher fanden sich zu dem Festakt an der Grünanlage bei der Rastenhofer Straße / Veilchenstraße ein.

Kurz vor Beginn der Veranstaltung zogen dunkle Wolken auf und der Himmel öffnete die Schleusen. Anschließend beherrschten aber Sonnenstrahlen und fröhliche Gesichter das Geschehen. Die Vorsitzende des Kreisverbandes Neustadt-Weiden Birgit Trottmann brachte es auf den Punkt: „Ein Symbol für das Gedeihen von Europa. Noch dazu auf einem herrlich gelegenen Platz.“

Der Neustädter Bürgermeister Rupert Troppmann brachte einen weiteren Symbolcharakter zur Sprache. Der ausgewählte Standort mit der blühenden Wiese der Grünanlage stehe dafür, nicht alles bis ins Kleinste regulieren zu müssen: „Wenn wir das mit Europa auch so halten, wird es gut gedeihen.“ Werte des Staatenbundes und die Verantwortung dafür rückte als Festredner Christian Doleschal, er kandidiert bei der Europawahl, in den Mittelpunkt: „Überlassen wir nicht nationalistischen Kräften das Sagen.“

„Diese Linde steht für das Engagement um eine gute Zukunft“, ergänzte der stellvertretende Paneuropa-Kreisvorsitzende MdL Dr. Stephan Oetzinger. Ausgezeichnet umrahmt wurde die Feierstunde, die in der Stadthalle eine Fortsetzung fand, von Sophie Zahner auf der Querflöte. Sie ließ unter Anderem die Europahymne hören.

9. Mai 2019: Für Menschenrechte und für Europa

Dr. Stefan Krauss
 Artikel aus "Der neue Tag" (paa)

Neustadt/WN. Stefan Krauss wirbt für einen anderen, einen neuen Blick auf die Europäische Union. Dabei ist der gebürtige Oberpfälzer ein leidenschaftlicher Europäer. Das hat er schon als Schüler bewiesen: in Neustadt, wo er Abitur am Gymnasium gemacht hat, oder im damals noch geteilten Berlin, wo er zusammen mit Freunden aus der Region für ein vereintes Europa demonstriert hatte - noch bevor der Eiserne Vorhang gefallen war. An vergangenen Donnerstag erinnerte Krauss bei einem Treffen der Paneuropa-Union in Neustadt/WN an diesen Zeit, als 30 Kilometer entfernt die Welt zu Ende war, als dieser Teil der Oberpfalz als Zonenrandgebiet galt. Krauss fordert bei aller Kritik, auf Europa genau so zu schauen, wie auf Deutschland und Bayern. Man werde nie sagen, Deutschland hat uns das auferlegt; genauso wenig würde man sagen, wegen der blöden Bayern.

"Auf der europäischen Ebene machen wir es aber", beklagt Krauss. Die Folge sei, dass die politische Energie auf die falschen Fragestellungen gerichtet werde, weil jedes mal das System infrage gestellt werde. Sein Appell: "Streiten wir um die Inhalte um die es auf der europäischen Ebene geht und zerschlagen wir nicht jedes Mal das Porzellan." Wenn über Jahrzehnte nur auf Europa geschimpft werde, komme so etwas heraus wie der Brexit.

Wie die Mitglieder der Paneuropa-Union in der sich anschließenden Diskussion, hält auch Krauss das Subsidiaritätsprinzip hoch, wonach eine Aufgabe von der Ebene entschieden werden sollte, die am besten dafür geeignet ist. Im Binnenmarkt müsse der Rahmen für alle gleich gesetzt werden, um fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Krauss würde auch die Fragen der inneren und äußeren Sicherheit auf europäischer Ebene regeln, damit Europa in der Weltpolitik nicht zum Spielball anderer Mächte wird. Doch das wollen die Nationalstaaten bisher nicht.

Krauss hat als Schüler in Flugblätter für die europäische Währung ECU geworben, aus der Euro hervorging. Vieles habe sich seither verändert, manches ist geblieben, sagt Krauss. So hätten sie sich schon vor 30 Jahren Gedanken über das Thema Bürgernähe gemacht. Damals sei es schwer gewesen, an Informationen zu kommen, etwa welche Arbeitsmöglichkeiten es in Europa gibt. Per Brief habe man diese bei einer Zentralstelle in Frankfurt abrufen müssen. Heute, wo sich alles im Internet, sei es unglaublich leichter geworden.

Seit 2005 arbeitet Krauss, der in Regensburg, Lyon, Paris und Salamaca Politikwissenschaft und Romanistik studiert hat, beim Europäischen Parlament. Zuvor war er fünf Jahre bei der EU-Kommission. Danach war er fünf Jahre Referent für Nordafrika und den Nahen Osten im Parlament und leitet seit 2010 die Abteilung Menschenrechtsaktionen in der Direktion Demokratieförderung. Diese ist unter anderem für die Vergabe des Sacharow-Preises für geistige Freiheit und das Sacharow-Stipendium für Menschenrechtler zuständig. Und: Krauss wirbt wie vor 30 Jahren für das gemeinsame Europa, in Neustadt beim Zoigl, im Gymnasium und an der Universität in Bayreuth.

9. und 11. Mai 2019: Paneuropäer setzen Zeichen

Neustadt/WN. Europa hat Fürsprecher nötig. Die Paneuropa-Union reiht sich darin ein. Der Kreisverband Neustadt-Weiden setzt am Samstag, 11. Mai, ein Zeichen zugunsten des Staatenbundes. In Neustadt/WN wird um 16 Uhr am Rastenhofer Weg / Abzweigung Veilchenstraße eine Europalinde gepflanzt. Der von der Vorsitzenden Birgit Trottmann, Stellvertreter MdL Dr. Stephan Oetzinger und Bürgermeister Rupert Troppmann vorbereitete Festakt ist nicht auf Mitglieder der Paneuropa-Union beschränkt, sondern für alle Interessenten zugänglich. Als Festredner hat Christian Doleschal, er kandidiert als Europaparlamentarier, sein Kommen zugesagt.

Bereits am Donnerstag, 9. Mai, steht ein weiterer „Europäischer Termin“ bevor. Die Paneuropäer laden im Vorfeld der am 26. Mai stattfindenden Europawahl zum „Zoigl-Gespräch“ mit Dr. Stefan Krauß ein. Der gebürtige Weidener und Europaexperte ist Mitarbeiter des Europäischen Parlaments und wird an dem Abend nicht nur Aspekte zum Thema „Europa“ beleuchten. Er stellt sich um 19 Uhr in der Neustädter „Zoiglstubn Brucksaler“ auch Fragen und Diskussionsbeiträgen.

23. Februar 2019: „Heimat der Heimat“

"Bernd Posselt erzählt Europa", der Buchtitel war wörtlich zu nehmen. Der Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union und Kreisvorsitzende Birgit Trottmann hatten zu einem spannenden Abend eingeladen.

Harlesberg. Dass Europa kein abstraktes und unattraktives Gebilde ist, darum ging es bei einem Abend der Paneuropa-Union. Der Kreisverband Neustadt-Weiden hatte sich den Bundesvorsitzenden Bernd Posselt eingeladen. In Harlesberg ließ er hinter die Kulissen von Europa blicken.

Überrascht zeigte sich zum Auftakt Kreisvorsitzende Birgit Trottmann. Den Weg zum „Scheidlerhof“ fanden am Samstag 60 Zuhörer: „Sie haben heute Gelegenheit, mehr über das neu erschienene Buch ‚Bernd Posselt erzählt Europa’ zu erfahren.“ Der ließ zunächst keinen Zweifel daran, was mit dem Verkaufserlös passiert: „Für mich ist der nicht bestimmt, sondern für die Arbeit der Paneuropa-Union.“

Überraschend sei das im Vorfeld der Europawahl am 26. Mai überraschend große Interesse an dem Staatenbund: „Die Menschen spüren, dass es um Wichtiges geht. Daran können auch die Linke und die AfD nichts ändern. Europa boykottieren oder gar zerstören, ist allerdings nicht nur ein deutsches Phänomen. In zahlreichen Ländern haben sich das linke und rechte Kräfte gleichermaßen auf die Fahnen geschrieben.“

Posselt setzte sich mit verschiedenen Themenbereichen seines Buches auseinander. Europa stehe keinesfalls konträr zur eigenen Identität. Der Staatenbund schaffe vielmehr das in einer gefährlich gewordenen Welt nötige und schützende Dach. Wenn es darum gehe, mit den Großmächten auf Augenhöhe zu bleiben, gebe es keine Alternative: „Mit der christlichen Soziallehre und der sozialen Marktwirtschaft als Basis.“ Bayern, Deutschland und Europa in einem Atemzug zu nennen, dürfe nicht schwer fallen: „Was wir nicht brauchen, ist dagegen eine Allzuständigkeit. Es gibt eine Vielzahl von Bereichen, die national, regional oder außerhalb staatlicher Einflussnahme geregelt werden können.“

Europa als „Heimat der Heimat“ zu sehen, sei die richtige Einstellung. Noch dazu reiche die Entwicklung zurück bis zur Völkerwanderung. Es gelte, Geschichte und Kultur als menschliche und geistige Anliegen zu bewahren. Nicht ganz vergessen werden dürfe im Übrigen auf eine Jahrhundertchance: „Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass mit Manfred Weber künftig ein Bayer Kommissionspräsident wird.“

Um „heiße“ und aktuelle Aspekte ging es in der folgenden Frage- und Diskussionsrunde. Eine klare Aussage kam von Posselt zum Brexit: „Der Jugend in Großbritannien wird die Zukunft genommen. Konflikte, die überwunden schienen, werden wieder aufflammen. Europa wird aber auch ohne Großbritannien funktionieren.“ Zur Sprache kamen unter Anderem Ministerpräsident Orbans wirre Aussagen in Ungarn, das Handelsabkommen mit Japan, die Bedeutung einer hohen Wahlbeteiligung oder das erfreulich große Interesse junger Leute.