22. September 2019: Europa ohne Jammern und Wehklagen

Dr. Sissy Thammer (Mitte) brachte mit ihren aufrüttelnden Worten und mit der übergezogenen Feuerwehrjacke Farbe ins Spiel. Der Wind pfiff beim Paneuropa-Picknick kräftig  und kalt über die Anhöhe bei Hildweinsreuth.

Flossenbürg. Das Paneuropa-Picknick geriet zum eindrucksvollen und imponierenden Plädoyer für die Zukunft Europas. Dr. Sissy Thammer forderte auf, Klagen und Untergangsgesängen auf Europa eine Abfuhr zu erteilen.

Mit der Feierstunde am Mittelpunkt Mitteleuropas, im Flossenbürger Ortsteil Hildweinsreuth, erinnerte der Kreisverband Neustadt-Weiden der Paneuropäer an das vor 30 Jahren stattgefundene „Paneuropäische Picknick“ im ungarischen Sopron. Wenig später war der „Eiserne Vorhang“ verschwunden.

Die Kreisvorsitzende der Gemeinschaft Birgit Trottmann hatte für den Sonntagvormittag die Intendantin des „Festivals junger Künstler Bayreuth“ Dr. Sissy Thammer verpflichtet. Ihr Referat rund um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas verbannte Jammern und Wehklagen aus den Köpfen der 70 gekommenen Gäste: „Konzentrieren wir uns auf unsere Stärken. Wir kämpfen um die Technologieführerschaft, die Fachkräftesicherung, um Robotik und künstliche Intelligenz. Wir kämpfen darum, den Anschluss im Wettbewerb mit den USA und China an Bildung und Forschung nicht zu verlieren.“

Die Rednerin warnte, sich vom Streit um den richtigen Umgang mit der Flüchtlingskrise und den endlosen Debatten um den Brexit lähmen zu lassen: „Die Aufmerksamkeit der Politik wird gebunden. Dabei ist es Zeit für einen kollektiven Aufbruch.“ Europa brauche eine neue Gemeinsamkeit und eine neue Kultur für Innovationen und Investitionen. Gefragt seien europäische Lösungen zu den großen Zukunftsfragen, vom Klima- und Umweltschutz über die Digitalisierung bis hin zur Migration.

Zusammenfassend gesehen, so das Fazit von Thammer, gehe es bei dem Treffen am Mittelpunkt Mitteleuropas um die Erinnerung an das grandiose Ereignis im ungarischen Sopron ebenso, wie um ein Signal für kreatives Handeln und hartnäckiges Engagement für das Zusammenwachsen Europas. Positive Aussagen in diesem Sinn kamen ebenso vom Mitglied des Paneuropa-Landesverbandes Gerhard Hermann und von Bürgermeister Thomas Meiler.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Oetzinger brachte die Entwicklung der Region seit der Grenzöffnung zur Sprache: „Es ist doch großartig, was sich bei uns dadurch und durch das Miteinander des europäischen Staatenbundes verändert hat.“

Beifall der Gäste, unter ihnen der Leiter der Europa-Berufsschule Weiden Josef Weilhammer, galt an dem Vormittag nicht nur den Rednern, sondern auch der „Blaskapell’n Flossenbürg“. Die Musikanten um Franz Völkl steuerten unter Anderem die Europahymne bei. Um das leibliche Wohl kümmerten sich die Familie Regn und – mit Weißwürsten und Brezen – Markus Holzer.