18. Mai 2014: Eine Linde für Europa

Miteinander der Menschen eingefordert

Regenschirme prägten das Bild bei der Pflanzaktion der Paneuropa-Union. Gießen musste am Sonntag die Linde jedenfalls niemand mehr.

Mantel. „Europa ist ein Tiefwurzler“, würdigte der Bundesvorsitzende der Paneuropa-Union MdEP Bernd Posselt ein Jahrhunderte zurückreichendes Gedankengut. Das dürfe auch in stürmischen Zeiten nicht verloren gehen. Ein sichtbares Zeichen pro Europa setzte am Sonntag der Kreisverband Neustadt-Weiden. Wenige Meter von der Manteler Grundschule entfernt steht jetzt eine Europa-Linde.

Schulleiterin Elisabeth Graßler sperrte an dem Nachmittag für den Festakt die Bücherei auf. An eine Feier unter freiem Himmel ließ sich angesichts des heftigen Regens nicht denken. Posselt sah die Wetterunbilden gelassen: „Europa ist nun einmal keine Schönwetter-Veranstaltung.“ Trotz Krisen und Problemen gebe es aber keine Alternative. Vor Jahrzehnten ging es dem Paneuropa-Kreisverband darum, mit gepflanzten Bäumen gegen Stacheldraht einzutreten: „Später galten die Aktionen dem Zusammenwachsen von Ost und West. In der Gegenwart stehen sie für die Arbeit zu Gunsten des gesamten Staatenbundes.“

Bürgermeister Stephan Oetzinger freute sich darüber, dass Mantel nach 2010 bereits zum zweiten Mal den Zuschlag für einen Europabaum bekam: „Diesmal gibt es noch dazu einen konkreten Anlass. Seit zwei Jahren existiert eine Partnerschaft mit einer Schule in Tschechien. Ich hoffe und freue mich darauf, dass dieses Miteinander wächst, nicht nur zwischen beiden Schulen, sondern auch zwischen den Kommunen und vor allem zwischen den Menschen.“

„Greifen wir zu den Spaten“, forderte Jürgen Hecht auf. Viel gab es zwar nördlich der Schulsportanlage nicht mehr zu tun, wichtiger war dem Paneuropa-Kreisvorsitzenden aber der Symbolcharakter der Linde: „An zahlreichen Orten erinnern inzwischen Bäume an unser Anliegen. Und gießen brauchen wir heute auch nicht. Der Regen ist ein gutes Omen für ein wachsendes und gedeihendes Europa.“ Musikalisch ausgezeichnet umrahmt wurde die Feierstunde, die im Trockenen ein Fortsetzung fand, von Alexandra Mark auf der Querflöte. Sie ließ unter Anderem die Europahymne hören.