29.12.2006 Im Zeichen von Goppel und Europa

Die Fiedlbühler Marienkapelle ist für die Paneuropäer fast schon Wallfahrtsort. Zu finden ist dort eine Statue der Gottesmutter, die Alfons Goppel stiftete. Für den ehemaligen Ministerpräsidenten und nationalen Paneuropa-Präsidenten war das Kirchlein ein wiederholt besuchtes Ziel bei Wanderungen.


Vohenstrauß. (nm) Anlässlich des 15. Todestages von Alfons Goppel erinnerte der Kreisverband Neustadt-Weiden der Paneruopa-Union an das Leben und Wirken eines „großen Europäers“. Um europäische Themen ging es anschließend auch bei einer Diskussionsrunde.

Vorsitzender Bernhard Steghöfer setzte sich am Freitag zunächst mit der Frage auseinander, warum die Marienkapelle im Vohenstraußer Ortsteil Fiedlbühl für den Gedenkakt ausgewählt wurde: „Der am 24. Dezember 1991 verstorbene ehemalige Ministerpräsident kam bei Wanderungen immer wieder hier vorbei.“

Landrat Simon Wittmann ergänzte den Rückblick: „Goppels Gottvertrauen, seine Volksverbundenheit und seine immer eingehaltenen Versprechen sollten auch in der Gegenwart Vorbild für alle Politiker sein.“ Dem Vohenstraußer Bürgermeister Josef Zilbauer blieb es – nach der von Stadtpfarrer Alexander Hösl gestalteten Andacht – vorbehalten, eine Kerze zur Erinnerung an Goppel und an alle verstorbenen Paneuropäer anzuzünden.

Der Bürgermeister würdigte abschließend mit einem Geschenk das Engagement von Barbara Hammerl. Sie kümmere sich seit Jahrzehnten vorbildlich um das Kirchlein. Ein aktuelles Thema rückte anschließend in Altenstadt bei Vohenstrauß in den Mittelpunkt. In der Gaststätte „Schlosswirt“ setzte sich Steghöfer mit Aspekten der zum 1. Januar beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft auseinander.

Während der ein halbes Jahr dauernden Periode werde es wohl schwierig sein, Wesentliches zu verändern: „Die Erwartungen zu den unterschiedlichsten Themen sind dagegen sehr groß. Das reicht von der Energiepolitik über die neuen EU-Länder Bulgarien und Rumänien bis hin zur Verfassung.“


Skeptisch gab sich Steghöfer zum Dauerwunsch, Papierkriege einzudämmen: „Es wäre dringend nötig, bürokratische Hemmnisse abzubauen. Ich mag aber nicht so recht daran glauben.“ Im Verlauf der Diskussion ließen die Teilnehmer – unter ihnen MdL Georg Stahl und Bezirksrätin Petra Dettenhöfer – dennoch Optimismus nicht vermissen. Europa werde zu oft schlecht geredet. Schon die Tatsache, seit Jahrzehnten in Frieden zu leben, sei keine Selbstverständlichkeit, sondern nicht zuletzt Folge europäischer Politik.